Thomas Metzinger und die Suche nach dem minimalen Bewusstsein
Wer wissen will, was ein Gebäude trägt, kann es auf zwei Arten untersuchen. Er kann es vollständig beschreiben, Stockwerk für Stockwerk, mit allen Räumen, Leitungen und Möbeln. Oder er kann fragen, was man alles entfernen könnte, ohne dass es einstürzt. Die erste Methode liefert ein reiches Bild. Die zweite liefert etwas anderes: eine Ahnung davon, was wirklich tragend ist.
Die Bewusstseinsforschung hat überwiegend den ersten Weg gewählt. Sie hat untersucht, wie Wahrnehmung entsteht, wie Aufmerksamkeit funktioniert, wie Gedanken, Gefühle und Erinnerungen zusammenwirken. Der Mainzer Philosoph Thomas Metzinger geht in seinem umfangreichen Werk „Der Elefant und die Blinden“ (2023) den zweiten Weg. Er fragt nicht, was das Bewusstsein in seiner vollen Form ausmacht. Er fragt: Was ist die einfachste Form bewussten Erlebens? Was bleibt übrig, wenn Gedanken, Bilder, Erinnerungen, Körpergefühl, Zeitempfinden und schließlich sogar das Ich verschwinden?
Dass er dabei den Titel eines alten Gleichnisses wählt, ist programmatisch. Die Blinden, die den Elefanten betasten, sind wir alle: Philosophen, Neurowissenschaftler, Psychologen, Meditierende. Jeder hat einen Teil in der Hand. Metzingers Verdacht ist, dass uns bei aller Vielfalt der Zugänge ausgerechnet das Einfachste fehlt, das Verständnis dessen, was Bewusstsein in seiner elementarsten Gestalt ist.
I. Die Vorgeschichte: Das Ich als Modell
Um zu verstehen, warum Metzinger diese Frage stellt, muss man einen Schritt zurückgehen. Bekannt geworden ist er mit einer These, die er in „Being No One“ (2003) ausgearbeitet und in „Der Ego-Tunnel“ (2009) einem breiteren Publikum vorgestellt hat: Es gibt kein Selbst im Sinne eines Dings, einer Substanz oder eines inneren Kerns. Was es gibt, ist ein Selbstmodell. Das Gehirn erzeugt fortlaufend eine Repräsentation des Organismus als Ganzes, seines Körpers, seiner Lage im Raum, seiner Gefühle, seiner Perspektive. Und wir erleben uns als dieses Modell.
Der entscheidende Begriff dabei ist Transparenz. Ein Modell ist transparent, wenn es nicht als Modell erkannt wird. Wir sehen durch es hindurch, wie durch eine saubere Fensterscheibe, und halten das, was wir sehen, für die Wirklichkeit selbst. Genau das geschieht mit dem Selbstmodell: Wir erleben nicht „eine Repräsentation meiner selbst“, wir erleben schlicht uns. Deshalb erscheint uns das Ich als unmittelbar gegeben und unbezweifelbar.
Man hört in dieser These ein Echo von David Hume, der bei der Suche nach dem Ich nur Wahrnehmungen fand. Metzinger geht aber weiter. Er bestreitet nicht, dass es das Ich-Erleben gibt. Er erklärt, wie es zustande kommt und warum es sich so selbstverständlich anfühlt. Zugleich schließt er an die neuere Wahrnehmungsforschung an, die jegliche Wahrnehmung als fortlaufende Vorhersage des Gehirns versteht: Auch das Selbst ist eine Konstruktion, die ihre eigene Konstruiertheit verbirgt.
Aus dieser Vorgeschichte ergibt sich fast zwangsläufig die nächste Frage. Wenn das Ich ein Modell ist, das im Bewusstsein auftritt, dann ist es nicht mit dem Bewusstsein identisch. Kann es dann Bewusstsein ohne dieses Modell geben?
II. Die Umkehrung der Frage
Metzinger nennt das Ziel seiner Untersuchung Minimal Phenomenal Experience, minimale phänomenale Erfahrung. Gemeint ist die einfachste Form, in der es überhaupt ein Erleben gibt, das „Wie-es-ist“ im Sinne Thomas Nagels, also die Tatsache, dass es sich irgendwie anfühlt, in einem Zustand zu sein, reduziert auf seinen Kern.
Die Methode ist eine Art Subtraktion. Man nimmt das gewöhnliche, reichhaltige Bewusstsein und fragt Schritt für Schritt, was sich wegnehmen lässt. Die Sinneswahrnehmungen? Im Traum oder bei geschlossenen Augen treten sie zurück, und doch bleibt Erleben. Die Gedanken? Es gibt Momente gedankenloser Wachheit. Das Körpergefühl, das Zeitempfinden, die Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt? Auch diese können, wie Erfahrungsberichte nahelegen, weitgehend verschwinden.
Am Ende dieser Subtraktion steht die eigentliche Frage des Buches: Gibt es einen Rest, der nicht mehr weiter reduziert werden kann, aber immer noch Bewusstsein ist? Und wenn ja, wie ist er beschaffen?
Als aussichtsreichsten Kandidaten für eine solche Minimalform untersucht Metzinger Zustände, die in kontemplativen Traditionen seit Jahrhunderten als „bare awareness“ beschrieben werden und in der deutschen Übersetzung meist „reines Bewusstsein“ oder „reines Gewahrsein“ heißen.
III. Meditierende als Forschungsinstrument
An dieser Stelle verlässt Metzinger das Terrain reiner philosophischer Spekulation. Gemeinsam mit einem Forschungsteam hat er eine groß angelegte Befragung durchgeführt. Ausgewertet wurden mehr als 500 ausführliche Erfahrungsberichte von Meditierenden aus 57 Ländern, aus unterschiedlichen Traditionen und mit sehr unterschiedlicher Praxiserfahrung.
Methodisch ist das ein bemerkenswerter Schritt. Die westliche Bewusstseinsforschung untersucht Bewusstsein überwiegend von außen: über Hirnaktivität, Verhalten, Reaktionszeiten, neuronale Korrelate. Die Innenperspektive gilt als unzuverlässig, weil Selbstauskünfte verzerrt, lückenhaft und von Erwartungen geprägt sind. Das ist nicht falsch. Aber es führt zu einem Paradox: Man erforscht das Erleben unter weitgehendem Verzicht auf die einzige Instanz, die es erlebt.
Metzinger setzt dem die Idee einer geschulten Ersten-Person-Perspektive entgegen. Erfahrene Meditierende haben über Jahre gelernt, ihre eigenen Bewusstseinszustände genau zu beobachten, bestimmte Zustände gezielt herbeizuführen und feine Unterschiede zu beschreiben. Sie werden damit zu Messinstrumenten für subjektive Erfahrung, nicht unfehlbar, aber kalibrierbar.
So entsteht eine Schnittstelle, die Metzinger als Konvergenzzone beschreibt. Drei Bereiche, die sich lange gegenseitig misstrauisch beäugt haben, treffen hier aufeinander: die kontemplative Praxis, die Philosophie des Geistes und die empirische Neurowissenschaft.
IV. Was verschwindet und was bleibt
Die Erfahrungsberichte sind naturgemäß vielfältig, aber es kehren bestimmte Merkmale mit auffälliger Regelmäßigkeit wieder. Grob zusammengefasst beschreiben die Befragten:
- wenige oder gar keine Gedanken
- kein ausgeprägtes Ich-Gefühl und keine gewohnte Selbstverortung
- teilweise keine Körperwahrnehmung
- verändertes oder aufgehobenes Zeiterleben
- keine klare Trennung zwischen Subjekt und Objekt
- zugleich eine hohe Wachheit
- Stille, Klarheit, Weite
- Frieden, Leichtigkeit, ein Gefühl von Einheit oder Ganzheit
Entscheidend ist die Kombination. Würden nur die ersten Merkmale berichtet, das Verschwinden von Gedanken, Ich, Körper und Zeit, könnte man an Tiefschlaf, Ohnmacht oder Narkose denken. Doch gerade das Gegenteil wird beschrieben: nicht Bewusstlosigkeit, sondern Klarheit. Weniger Inhalt bei gleichzeitig hoher Wachheit.
Metzinger formuliert daraus eine vorsichtige Hypothese. Was im reinen Gewahrsein erlebt wird, könnte die Wachheit selbst sein, genauer: das Erleben des Zustands, wach und aufnahmebereit zu sein, bevor irgendein bestimmter Inhalt hinzukommt. Unterscheidet man, wie in der Bewusstseinsphilosophie üblich, zwischen Wachheit, Erleben und Selbstbewusstsein, dann würden sich hier die ersten beiden Ebenen eigentümlich berühren. Wachheit, sonst ein bloßer Zustand des Organismus, würde selbst zum Inhalt des Erlebens. Das Bewusstsein erlebte nichts anderes als seine eigene Offenheit.
V. Bewusstsein ohne Ich
Der philosophisch radikalste Befund betrifft das Ich. Normalerweise ist unser Erleben selbstverständlich um ein Zentrum organisiert. Nicht einfach „da ist Wahrnehmung“, sondern „Ich nehme wahr“. Die Berichte beschreiben dagegen einen Zustand, in dem das Gewahrsein fortbesteht, dieses Zentrum aber fehlt. Wahrnehmung findet statt, ohne dass ein Wahrnehmender erlebt wird.
Metzinger spricht in diesem Zusammenhang von einer „Keine-Person-Perspektive“. Die Grammatik kennt die erste Person (ich), die zweite (du), die dritte (er, sie, es). Hier geht es um etwas, für das die Sprache kein Pronomen hat: ein Erleben, das niemandem gehört.
Daraus ergibt sich ein scheinbares Paradox, das Metzinger ausdrücklich hervorhebt: Es kann Formen von Selbstbewusstsein geben, die nicht egoisch sind. Gemeint ist ein Gewahrsein, das um sich weiß, ohne sich als Ich zu wissen.
Wichtig ist, was diese These nicht behauptet. Sie behauptet nicht, das Ich existiere überhaupt nicht oder sei eine bloße Täuschung, die man abschütteln sollte. Das Selbstmodell ist real in dem Sinn, dass es wirkt: Es organisiert Handeln, ermöglicht Planung, verbindet Erinnerung und Erwartung. Die These lautet vielmehr: Das Ich ist eine Form, die das Bewusstsein annehmen kann, nicht seine notwendige Voraussetzung. Unter bestimmten Bedingungen kann diese Form zurücktreten, während das Bewusstsein selbst erhalten bleibt.
VI. Erfahrung ist nicht Deutung
An dieser Stelle liegt eine Versuchung nahe, der viele Autoren erlegen sind. Wer von Einheitserfahrungen, Zeitlosigkeit und dem Verschwinden des Ich berichtet, bewegt sich in der Nähe mystischer Traditionen. Und von dort ist der Schritt zur Behauptung nicht weit, hier öffne sich der Zugang zu einer höheren Wirklichkeit, zum Göttlichen, zum All-Einen, zum wahren Selbst.
Metzinger geht diesen Schritt ausdrücklich nicht. Er nimmt die Erfahrungen ernst, aber er trennt sie konsequent von den Deutungen, die religiöse oder spirituelle Traditionen ihnen geben. Die wissenschaftliche Frage lautet nicht: Beweisen diese Erfahrungen eine höhere Wirklichkeit? Sondern: Welche wiederkehrenden Strukturen lassen sich in diesen subjektiven Erfahrungen feststellen?
Dahinter steht ein Prinzip, das Metzinger schon früher unter dem Stichwort intellektuelle Redlichkeit formuliert hat: Man darf sich nicht erlauben, etwas zu glauben, nur weil es tröstlich ist oder weil eine Erfahrung sich überwältigend echt anfühlt. Eine Erfahrung kann real sein, ohne dass damit die Interpretation dieser Erfahrung bewiesen wäre.
Das ist erkenntnistheoretisch vielleicht der stärkste Punkt des Buches. Er gilt weit über die Meditation hinaus. Wer einen Zustand tiefer Einheit erlebt, hat eine Tatsache über sein Bewusstsein erfahren, nicht notwendig eine Tatsache über das Universum. Die Gewissheit des Erlebens verbürgt nicht die Wahrheit seiner Deutung.
VII. Metzinger gegen sich selbst gelesen
So überzeugend dieser methodische Ernst ist, so deutlich zeigen sich bei genauerem Hinsehen die offenen Stellen des Projekts. Sie betreffen vor allem die Frage, was hier eigentlich gemessen wird.
Der Einwand der Intentionalität. Für Edmund Husserl ist Bewusstsein wesentlich Bewusstsein von etwas. Wenn im reinen Gewahrsein tatsächlich nichts mehr erscheint, kein Gegenstand, kein Gedanke, kein Körper, dann müsste man sehr genau klären, was dann überhaupt noch „Bewusstsein“ heißt. Metzingers Hypothese, der Inhalt sei die Wachheit selbst, lässt sich als Antwort auf diesen Einwand lesen: Das Bewusstsein wäre dann nicht leer, sondern auf sich selbst gerichtet. Ob das Husserls Begriff erfüllt oder unterläuft, ist eine offene Frage.
Der Einwand der Begriffsvoraussetzung. Um zu entscheiden, ob ein Zustand noch Bewusstsein ist, braucht man bereits einen Begriff davon, was Bewusstsein ist. Metzinger untersucht die Grenze einer Ordnung, muss aber diese Ordnung voraussetzen, um die Grenze überhaupt zu erkennen. Wenn Meditierende berichten, es sei „etwas bewusst“ gewesen, dann stellt sich die Frage: Nach welchem Kriterium? Die Berichte sind phänomenologische Beschreibungen, keine Definitionen.
Der Einwand des Berichts. Die Berichte werden nachträglich gegeben, von einem Ich, das wieder da ist, in einer Sprache, die von Traditionen geprägt ist. Wer in einem Zendo praktiziert, beschreibt anders als jemand aus dem tibetischen Buddhismus oder aus einer christlichen Kontemplationsschule. Das macht die Berichte nicht wertlos. Aber es bedeutet, dass zwischen dem Erleben und dem Wort mehrere Übersetzungsschritte liegen, und dass die Rede vom „Erleben ohne Ich“ immer von einem Ich formuliert wird.
Die entscheidende Präzisierung: Nimmt man die drei Bedeutungsebenen des Wortes ernst, Wachheit, Erleben und Selbstbewusstsein, dann lässt sich genauer sagen, was Metzinger zeigt und was nicht. Er zeigt, dass Wachheit und Erleben möglicherweise ohne ein ausgeprägtes Ich-Modell auftreten können. Das ist eine starke und gut begründete These. Er zeigt nicht, dass Bewusstsein ohne jeden Inhalt existieren kann. Wer diese beiden Behauptungen verwechselt, übernimmt stillschweigend die zentrale Voraussetzung: dass das, was als „reines Bewusstsein“ beschrieben wird, tatsächlich ein Zustand ohne Ich und ohne Inhalt sei.
Die philosophisch schärfere Frage lautet deshalb nicht: Gibt es Bewusstsein ohne Ich? Sondern: Was muss von unserem gewöhnlichen Bewusstseinsbegriff übrigbleiben, damit wir einen Zustand noch sinnvoll Bewusstsein nennen können?
Man kann Metzinger an dieser Stelle gegen sich selbst lesen. Das Unbekannte beginnt nicht erst dort, wo nichts mehr erlebt wird. Es beginnt bereits dort, wo unsere Begriffe an ihre Grenze stoßen, hier an die Grenze zwischen Wachheit, Erleben und Selbstbewusstsein. Das ist kein Einwand gegen das Projekt. Es ist vielleicht seine wichtigste Einsicht, auch wenn Metzinger sie nicht in dieser Form ausspricht.
VIII. Auf dem Weg zu einer Kultur der Bewusstheit
Der Untertitel des Buches zeigt, dass Metzinger nicht bei der Bewusstseinsforschung stehen bleiben will. Er fragt nach den kulturellen Konsequenzen. Wenn Menschen lernen können, die Struktur ihres eigenen Bewusstseins besser zu erkennen, insbesondere die automatische Identifikation mit Gedanken, Gefühlen und dem Ich-Modell, dann könnte das mehr sein als eine private Übung.
Was Metzinger „Kultur der Bewusstheit“ nennt, meint eine Haltung: mehr Wissen über die Funktionsweise des eigenen Geistes, mehr epistemische Offenheit, einen weniger gebundenen Umgang mit sich selbst und der Welt. Bewusstheit ist hier also kein Zustand, den man erreicht, sondern eine Fähigkeit, die man übt: die eigenen Wahrnehmungs- und Denkgewohnheiten zu bemerken, während sie wirken. Er verbindet das ausdrücklich mit den großen ethischen Fragen der Gegenwart bis hin zur planetaren Krise. Eine Menschheit, die ihre eigenen Denk- und Wahrnehmungsgewohnheiten nicht durchschaut, wird, so der Gedanke, auch mit ihren Folgen schwer umgehen können.
Hier liegt eine bemerkenswerte Parallele zu einem Grundproblem jeder Erkenntnis. Unser gewöhnliches Bewusstsein erzeugt eine Welt, die nach Ich und Welt, Innen und Außen, Zeit, Raum, Körper und Gegenstand geordnet ist. Diese Ordnung ist nicht falsch, sie ist lebensnotwendig. Problematisch wird sie erst dort, wo sie sich mit der Wirklichkeit selbst verwechselt, wo das transparente Modell nicht mehr als Modell erkannt wird. Metzinger untersucht Zustände, in denen diese Ordnung partiell zurücktritt, und zeigt damit, dass sie eine Ordnung ist und nicht die einzig mögliche.
Das Fremde, dem wir hier begegnen, liegt nicht außerhalb unserer Ordnung, in einer anderen Kultur oder einem anderen Menschen. Es liegt unterhalb unserer eigenen Bewusstseinsordnung. Und es wirft die Frage auf, was mit Erkenntnis geschieht, wenn das erkennende Ich selbst zum Gegenstand der Erkenntnis wird und schließlich als scheinbar selbstverständliches Zentrum verschwindet.
Schluss: Die Hand und der Elefant
Metzingers Buch lässt sich als Meditationsbuch lesen, und viele werden es so lesen. Ergiebiger ist es als Buch über die Grenzen des Begriffs. Es zeigt, dass das Ich nicht die notwendige Mitte des Bewusstseins ist. Es zeigt, dass Erleben weit weniger Inhalt braucht, als wir gewöhnlich annehmen. Und es zeigt, wie sorgfältig man zwischen einer Erfahrung und ihrer Deutung unterscheiden muss.
Offen bleibt eine Frage, die das Gleichnis vom Elefanten selbst aufwirft. Die Blinden irren nicht, weil sie tasten, sondern weil sie nicht bemerken, dass sie nur tasten. Der interessante Moment wäre der, in dem einer von ihnen innehält und erkennt: Meine Hand ist nicht der Elefant.
Dieser Moment ist etwas anderes als das reine Gewahrsein, das Metzinger untersucht. Er ist beinahe dessen Gegenbewegung. Nicht weniger Ich, sondern ein Wissen um das eigene Erleben. Nicht Bewusstsein, sondern Bewusstsein des Bewusstseins. Ob beides zusammenhängt oder zwei verschiedene Dimensionen bildet, ob man erleben kann, ohne zu wissen, dass man erlebt, und was das für Tiere und für das Erleben anderer Menschen bedeutet, sind Fragen, die über Metzingers Buch hinausführen.
